Relative Luftfeuchtigkeit

Relative Luftfeuchtigkeit (φ, RH) ist das Verhältnis des Partialdrucks des Wasserdampfs pwp_w in der Luft zum Sättigungsdampfdruck pwsp_{ws} bei gleicher Temperatur:

φ=pwpws×100 [%]\varphi = \frac{p_w}{p_{ws}} \times 100\ [\%]

Wertebereich

φ [%]Zustand
0Vollkommen trockene Luft (theoretisch)
30–60Behaglichkeitsbereich für Aufenthalt
100Gesättigte Luft — an der Kondensationsgrenze
> 100Übersättigt — Nebel, Regen

Temperaturabhängigkeit

Die relative Feuchte hängt von der Temperatur ab, weil pwsp_{ws} mit der Temperatur steigt:

  • Erwärmen bei konstantem Wassergehalt → φ sinkt
  • Kühlen bei konstantem Wassergehalt → φ steigt; bei φ = 100 % beginnt Kondensation

Beispiel: Luft mit 0 °C, φ = 80 % → auf 20 °C erwärmt, sinkt φ auf etwa 21 %. Deshalb ist die Raumluft im Winter so trocken.

Relative Feuchte im Mollier-Diagramm

Im h–x-Diagramm erscheinen Linien konstanter relativer Feuchte als das Diagramm durchziehende Kurven. Die φ = 100 %-Linie (Sättigungslinie) bildet die Grenze — jenseits davon (im Nebelgebiet unter der Linie) träte Kondensation auf, und Zustände existieren dort im Gleichgewicht nicht.

Messung

  • Kapazitiver Sensor — am häufigsten; misst die Kapazitätsänderung eines hygroskopischen Polymers
  • Psychrometer (Trocken- + Feuchtkugel) — genau, erfordert aber die Berechnung aus der psychrometrischen Gleichung
  • Taupunktspiegel-Hygrometer — Referenzmethode zur Kalibrierung

Behaglichkeitsgrenzen nach Normen

Normφ-BereichAnmerkung
Übliche Planungspraxis30–60 %Orientierender Behaglichkeitsbereich für Aufenthalt
ASHRAE 55-2023keine UntergrenzeObere Grenze der Behaglichkeitszone über den Wassergehalt x ≤ 0,012 kg/kg tr. L., nicht über φ
ASHRAE 62.1max. 65 %Vermeidung von Schimmel und Hausstaubmilben

Häufige Fragen

Was ist die relative Luftfeuchtigkeit?

Die relative Feuchte (φ) ist das Verhältnis des aktuellen Partialdrucks des Wasserdampfs in der Luft zum Sättigungsdampfdruck bei gleicher Temperatur, angegeben in %. Bei φ = 100 % ist die Luft gesättigt und weiteres Kühlen setzt Kondensation ein.

Warum sinkt die relative Feuchte beim Erwärmen der Luft?

Der Sättigungsdampfdruck steigt exponentiell mit der Temperatur. Beim Erwärmen wächst der Nenner (p_ws), während der Zähler (p_w) gleich bleibt — die relative Feuchte sinkt also, obwohl die Luft dieselbe Wassermenge enthält.

Welche relative Feuchte ist in Aufenthaltsräumen behaglich?

In der üblichen Planungspraxis wird der Behaglichkeitsbereich mit φ = 30–60 % angegeben. Unter 30 % trocknen die Schleimhäute aus; über 60 % drohen Kondensation an Oberflächen und Schimmelbildung. EN 16798-1 legt nach Umgebungskategorie gestufte Auslegungs-Feuchtebereiche fest.

Visualisieren Sie Relative Luftfeuchtigkeit im interaktiven Mollier-h,x-Diagramm

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